Beziehung in der Pflege

Wie es im Pflege-Lehrbuch steht und wie die Pflege-Realität sein kann.

Beziehungen zwischen Patient:innen und Pfleger:innen

Karina,

Teamleitung bei Ventipro über die Beziehung die zwischen den Patient:innen und den Pflegefachkräften entstehen.

Eine Pflegebeziehung, also die Beziehung zwischen Pflegefachpersonen und Patientinnen und Patienten, entsteht aufgrund der Funktion der Pflegefachperson und dem Menschen mit Pflegebedarf.

  • Die Pflegefachkraft kann die zu versorgenden Patientinnen und Patienten nicht auswählen,
  • ebenso wenig können dies die Patientinnen und Patienten.

Die Beziehung wird also nicht freiwillig gewählt. 

In der Pflegebeziehung stellen die Pflegefachpersonen die Experten dar und die Patientinnen und Patienten die Laien. Sie sind auf die Expertise der Pflegefachpersonen angewiesen, woraus ein Machtgefälle resultiert. 

Die Beziehung beginnt mit der ersten Begegnung von Patientin oder Patient und Pflegefachperson. Beziehungsaufbau, Beziehungsgestaltung und die Beendigung der Beziehung sind prägende Bestandteile der beruflichen Pflege.

Der Beziehungsprozess wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Diese können charakteristische Merkmale der Person sein, die Art der Erkrankung und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie das Setting, in welchem die Begegnung statt findet. 

Eine professionelle Beziehungsgestaltung bildet die Grundlage für die gemeinsame Arbeit an den gesundheitlichen, pflegerischen und alltagsbezogenen Problemlagen einer Patientin und eines Patienten .

Die professionelle Beziehungsgestaltung zeichnet sich zudem dadurch aus, dass die Beziehung von den Pflegefachpersonen aktiv, zielgerichtet und reflektiert gesteuert wird. 

Die Bedeutung des Beziehungsaspekts in der Pflege wird unterstrichen durch das Verständnis vom Pflegeprozess als Problemlösungs- und Beziehungsprozess. So kann der Problemlösungsprozess erst wirksam werden durch die Qualität der Beziehung, die zwischen Pflegefachkraft und Patient zustande kommt. Eine gesunde Patienten/Klienten Beziehung kann somit sogar eine therapeutische Wirkung haben und zur Genesung beitragen.

Soweit die Theorie!

Ich persönlich finde es jedoch sehr schwierig stets eine professionelle Beziehungsgestaltung aufrecht zu halten. Da gibt es die Tage, an denen man einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden ist, oder wo persönliche Probleme den Alltag überschatten. An solchen Tagen fällt es mir sehr schwer nicht auch mal menschlich und weniger professionell zu agieren. 

Gerade in der Langzeitpflege finde ich es wichtig, meinen Patienten und Patientinnen zu kommunizieren, das eine persönliche Belange meinen Pflegealltag beeinflussen können, um nicht das Gefühl zu hinterlassen, das eine Beziehungsstörung zwischen dem Patienten oder der Patientin und mir bestehen könnte. Ich halte es für absolut notwendig mich täglich zu reflektieren um so eine professionelle, Nähe und Distanz Beziehung zu meinen Patienten halten zu können.

Karina

Karina

Teamleitung

Als Autorin für unseren Firmenblog schreibt Karina aus Ihrem beruflichen Alltag, besondere Themen aus der Pflege und gibt Tipps zu Rund um Ihren Beruf.