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Hierarchie im Krankenhaus– 

Ein Artikel, dessen Ausarbeitung mich zu einem Umdenken bewegte

Ventiblog Hierarchie im Krankenhaus

Ihr kennt das! Wir alle haben einmal klein angefangen und erinnern uns bestimmt an dieses Gefühl, das letzte Glied in einer Kette zu sein, in einem Konstrukt, in dem wir mit Bewunderung und Respekt vorsichtig auf das obere Ende geschaut haben. Da wollen wir auch einmal stehen! 

Nicht mehr herumkommandiert werden, keine „minderen“ Arbeiten verrichten müssen, keine endlosen Bettenaufbearbeitungsmarathons absolvieren, nicht mehr „nur waschen“, während die uns weisungsbefugten Schwestern, die medizinisch interessanten, spannenden Tätigkeiten verrichten „dürfen“.

 

Nein, so werde ich nicht! Ich werde als examinierte Krankenschwester keine Praktikanten und Auszubildenden herumschubsen. Bei mir dürfen sie „all´ die tollen Arbeiten“ machen, die ich so gerne als Auszubildende auch gemacht hätte. Bei mir soll niemand das Gefühl haben, nicht gleichberechtigt zu sein.

 

Doch kann das funktionieren? Kann ein so großes Unternehmen wie ein Krankenhaus ohne diese, von mir verurteilte Hierarchie Patientensicherheit garantieren? Nachdem ich mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe, ein klares NEIN, meinerseits.

Pflegehelfer verteilen Medikamente und wechseln Verbände. Das kommt immer wieder vor. Weil manche Examinierte Angst haben, als arrogant zu gelten, wenn sie es untersagen. Bewusst mit einem Kompetenzgefälle leben, anderen Aufgaben auftragen, sie vielleicht sogar korrigieren – dies alles fällt vielen examinierten Pflegekräften schwer, auch mir fällt dies nicht leicht, wenn ich ehrlich zu mir selber bin. Aber warum ist dann dann eine Hierarchie so wichtig? Und wie gestaltet sich diese in einem Krankenhaus?

Bei Krankenhäusern handelt es sich um Unternehmen mit einer klaren Hierarchie – nicht nur die sogenannte Ärztehierarchie existiert, sondern auch Hierarchien im Pflegebereich sind präsent.

Folgende Rangordnung, von oben nach unten, im Rahmen der Klinikhierarchie in der Krankenpflege, besteht:

 

  • Pflegedienstleitung (PDL)
  • Bereichsleitung/ Stationsleitung
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Krankenpflegehelfer/in
  • Krankenpflegeschüler/in
  • Krankenpflegepraktikanten

    Um das Miteinander im Berufsalltag zu verbessern und mögliche Fehlerquellen aufgrund mangelnder Kommunikation zu vermeiden, ist eine wirkungsvolle Kommunikation fast unumgänglich. Kommt es zu einem Konflikt am Arbeitsplatz, sollte zunächst mit der betroffenen Person oder im Team nach Lösungen gesucht werden, statt gleich die nächsthöhere Hierarchiestufe aufzusuchen, da dieser Schritt meist für Unruhe im gesamten Team sorgt. Ergibt sich keine Konfliktlösung innerhalb des Teams, sollte erst dann die nächsthöhere Hierarchiestufe hinzugezogen werden.

    Hierarchie sollte klare Grenzen in den Tätigkeitsprofilen geben, damit erst gar keine Fehler entstehen. 

     

    Bei dem Bearbeiten dieses Artikels ist mir bewusst geworden, dass ich Hierarchie mit Macht verwechselt habe, da mir in den Jahren meiner Ausbildung sehr oft Vorgesetzte begegnet sind, welche die Hierarchie missbrauchten, um mich zu „benutzen“. Benutzen ist durchaus kein positiv konnotiertes Wort, dennoch beschreibt es in meinem Fall passend mein Gefühl zu mir in der Hierarchiestufe übergeordneten Pflegenden.

     

    Abschließend möchte ich im Namen aller Patienten sagen: 

    Pflege braucht eine Hierarchie!

    Karina Becker

    Karina Becker

    Teamleiterin